Um den Ringschluss an das bestehende Fernwärmenetz herzustellen, mussten insgesamt zwei DN-200-Fernwärmerohre, eine neue Wasserleitung und acht Leerrohre durch eine Bahnunterquerung unterhalb der Bahnstrecke Stuttgart-Horb im Gewerbegebiet Hulb geführt werden. Eine technisch anspruchsvolle Aufgabe. Denn die Bahnunterquerung ist 38 Meter lang, jedes Rohr aber nur etwa zwölf Meter, und die Bahnunterquerung bietet mit nur 1,20 Meter Breite keinen Platz für die Bauarbeiten. „Das waren Bauarbeiten in einem Nadelöhr“, so Elias Jährling, der bei den Stadtwerken Böblingen als Projektleiter für das Bauvorhaben verantwortlich ist. Die Unterquerung musste zunächst entkernt, zwei ausgediente Wasserrohre entfernt, die Schächte aufgebrochen, leer geräumt, und freigegraben werden. Um an die Schachtdecke zu gelangen, wurde knapp drei Meter tief in das Erdreich gegraben. „Nachdem die Schächte vorbereitet waren, wurde außerhalb des Startschachtes eine Konstruktion aus Stahlschienen und Halterungen installiert (Bild 1). Die Stahlschienen rechts und links der Bahnquerung wurden in das noch begehbare Rohr getragen und an die Wand gedübelt. Dann wurde auf die ersten zwölf Meter dieser Konstruktion im Startschacht die Haltekonstruktion aufgebaut, und es wurden die Rohre daran befestigt. Diese Gesamtkonstruktion wurde sodann mit der Seilwinde über die an der Wand angebrachten Stahlschienen in das Leerrohr gezogen (Bild 2). Anschließend hat man die nächsten zwölf Meter Rohre mit den bereits verbrachten Rohren verschweißt (Bild 3) und wieder per Seilwinde weiter durch den Schacht gezogen (Bild 4). Insgesamt haben wir diesen Schritt dreimal wiederholt, bis die Distanz von 38 Metern überwunden war. Im Folgenden werden im Schacht noch die Armaturen wie bspw. Schieber, Kompensatoren und Entlüftungen für die Fernwärme und die Trinkwasserrohre eingeschweißt“, erklärt Elias Jährling. Durchgeführt wurden die Bauarbeiten im Auftrag der Stadtwerke Böblingen von der Firma Dietrich GmbH aus Weilheim/Teck.